Der Schulgarten
Der erste Ahrainer Lehrer war Adam Nüßlein (1874-77), er wohnte im Schulhaus und hatte im Auftrag des Schulamtes eine Baumschule anzulegen. Dazu brauchte er die Genehmigung der Gemeinde. In einer zu diesem Zweck einberufenen Sitzung erklärten die Anwesenden:«dass ein für allemal der Boden dieses Gartens nicht geeignet ist, nur im mindesten auf gute Resultate in der Obstbaumzucht zu rechnen. Diese Erde selbst ist sehr mager und bildet nur eine dünne Schichte, nach welcher der reinste Kies folgt. Das Ausgraben eines Gartenteils mit guter Erde erweist sich einesteils als nur vorübergehend gedeihlich, da doch die Bäume beim späteren Nahrungsmangel absterben würden und anderseits bei dem voraussichtlich großen Kostenaufwand hier als undurchführbar. Der Ankauf von Obstbäumen edler Art, sowie die Pflege von Wildlingen bis zur Veredelung lohnen ebenfalls die Mühe nicht, da höchstens nur krüppelhafte Bäumchen aufkommen werden. Damit jedoch von Seite des Herrn Vorgesetzten nicht gemeint werden könnte, dass nichts für den Schulgarten für die Obstbaumzucht geschehe, so sollen versuchsweise mehrere Zwetschgenbäume eingesetzt werden. Im Übrigen bleibt es beim Gemüse- und Kartoffelbau, wobei jedoch wegen der häufigen Reife an eine späte Aussaat zu denken ist.»
Das Bezirksamt bestand jedoch auf einer Baumschule und so musste sich der Gemeinderat einige Monate später wieder mit dieser Materie befassen. So lautete die Antwort auf ein entsprechendes Schreiben: "Wie bekannt besitzt der Schulgarten einen wenig geeigneten Boden und so hat man den besten Teil des Gartens hiezu erwählt. Leider befinden sich nun in dessen Nähe 3 Alleebäume, die mit ihren Wurzeln tief in den Garten eingreifen und dort der anzulegenden Baumschule die erforderliche Nahrung und das nötige Licht entziehen. Bei der Wahl des Platzes sah man auf den besten und tiefsten Grund, daher die Bitte man möge die 3 Alleebäume zum Besten der Schule umfällen lassen."
Damit war die Obrigkeit nicht einverstanden, da es in der "schönen Allee eine Lücke" ergebe. Aber dass der Obstbaumschule das nötige Licht nicht entzogen wird, dafür wurde bereits Sorge getragen und der daselbst stationierte Straßenwärter beauftragt, die innerhalb des fraglichen Territoriums befindlichen beiderseitigen Alleebäumen zweckmäßig zu beschneiden (fällen).